Minimalistische Illustration des Darms mit Darstellung von Symbiotika: Zusammenspiel aus Präbiotika (Ballaststoffe) und Probiotika (gute Darmbakterien) zur Unterstützung der Darmflora.

Symbiotika – was sie sind und was aktuelle Studien dazu sagen

January 11, 2026DNatural Deutschland

Ein gesunder Darm ist die Basis für Wohlbefinden und ein starkes Immunsystem. Neben Probiotika (lebende Mikroorganismen) und Präbiotika (unverdauliche Ballaststoffe, die als Futter für gute Bakterien dienen) rücken in letzter Zeit sogenannte Symbiotika ins Rampenlicht. Sie vereinen das Beste aus beiden Welten: Sie enthalten probiotische Mikroorganismen und gezielt ausgewählte präbiotische Substrate. In diesem Artikel erfährst du, was Symbiotika auszeichnet, welche unterschiedlichen Formen es gibt und was wissenschaftliche Studien über ihre Wirkung sagen. 


Was sind Symbiotika?

Symbiotika (international auch Synbiotics genannt) sind Produkte, die eine Kombination aus Präbiotika und Probiotika enthalten. Nach Definition der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) handelt es sich um Mischungen aus einem lebenden Mikroorganismus und einem Substrat, das selektiv von den Mikroben genutzt wird, um der Gesundheit des Wirts zu nützen. Es gibt zwei Formen:

  • Komplementäre Symbiotika: Präbiotika und Probiotika werden gemeinsam eingenommen, haben aber keine wechselseitige Abhängigkeit. Beide Komponenten erfüllen ihre jeweiligen Kriterien und sollen synergistisch wirken. Ein typisches Beispiel wäre die Kombination aus Lactobacillus-Stämmen mit Fructo‑Oligosacchariden (FOS).

  • Synergistische Symbiotika: Hier ist das Präbiotikum speziell darauf abgestimmt, den beigegebenen Mikroorganismus zu fördern. Das Substrat wird selektiv von der mitgelieferten Bakterienkultur konsumiert, sodass beide Bestandteile nur gemeinsam den gewünschten Effekt erzielen. Ein Beispiel aus der Forschung ist ein Präparat mit Bifidobacterium breve M‑16V und einer Mischung aus kurzkettigen und langkettigen Galacto‑Oligosacchariden im Verhältnis 9:1, das bei Kaiserschnitt‑Säuglingen eine verzögerte Besiedlung mit bifidobakterien ausgleichen konnte.



Wie wirken Symbiotika?

Die theoretische Grundlage ist, dass Präbiotika als Nahrungsquelle für nützliche Darmbakterien dienen. Sie gelangen unverändert in den Dickdarm, wo sie von bestimmten Mikroorganismen fermentiert werden. Durch die entstehenden kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) wie Butyrat wird das Darmmilieu gesenkt, was schädliche Keime unterdrücken und die Darmbarriere stärken kann. Probiotika wiederum sind lebende Bakterien, die den Darm besiedeln und z. B. durch Konkurrenz mit Krankheitserregern, Produktion von antimikrobiellen Stoffen und Stärkung der Barrierefunktion positiv auf die Darmflora wirken können.

Symbiotika kombinieren beide Ansätze: Das zugesetzte Präbiotikum unterstützt das Überleben des probiotischen Stamms bei der Passage durch Magen und Dünndarm und sorgt dafür, dass die Bakterien im Dickdarm aktiv bleiben und sich vermehren. Studien berichten, dass synbiotische Formulierungen die Zahl von Lactobacillus‑ und Bifidobacterium-Stämmen erhöhen, die Darmbarriere stabilisieren und eine gesunde Mikrobiota fördern können. Es handelt sich dabei aber um mögliche Wirkmechanismen; endgültige Beweise fehlen oft, denn viele Untersuchungen wurden in vitro oder an Tieren durchgeführt.


Mögliche gesundheitliche Effekte laut Studien

Forschende untersuchen seit Jahren, ob Symbiotika messbare Vorteile gegenüber der separaten Einnahme von Prä- oder Probiotika bieten. Hier eine Auswahl aus der aktuellen Literatur (Stand 2024), stets mit dem Hinweis, dass es sich um wissenschaftliche Beobachtungen handelt und nicht um Heilsversprechen:

Verbesserte Darmmikrobiota und Immunfunktion

  • Eine Übersicht im Journal of Food Science and Technology beschreibt, dass Symbiotika helfen können, die Überlebensrate nützlicher Mikroben zu erhöhen und dadurch das Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren. Besonders häufig werden Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme mit Präbiotika wie FOS oder Galacto‑Oligosacchariden kombiniert. (Studie)

  • In derselben Übersichtsarbeit werden klinische Studien zitiert, in denen Symbiotika bei Patienten mit Leberzirrhose die Leberfunktion verbesserten, die Bakterientranslokation reduzierten und Infektionen nach Operationen verringerten. Diese Ergebnisse sind vielversprechend, doch die Autoren betonen auch, dass wirksame Kombinationen, Dosierungen und Sicherheitsprofile weiter erforscht werden müssen. (Studie)

Unterstützung der kindlichen Darmentwicklung

  • Eine randomisierte Studie zeigte, dass ein Symbiotikum aus Bifidobacterium breve M‑16V und einer 9:1‑Mischung aus kurz‑ und langkettigen Galacto‑Oligosacchariden die verzögerte Besiedlung mit Bifidobakterien bei Kaiserschnitt‑Säuglingen ausgleichen konnte und Symptome von atopischer Dermatitis linderte. Solche Ergebnisse deuten darauf hin, dass Symbiotika das Gleichgewicht der Mikroflora in frühen Lebensphasen positiv beeinflussen könnten.

Potenzielle Effekte auf Stoffwechsel‑ und Entzündungsmarker

  • Die Fachzeitschrift Nutrients beschreibt, dass Symbiotika zusammen mit anderen postbiotischen Substanzen anti‑inflammatorische und antioxidative Effekte aufweisen können. In Studien mit Diabetes‑Patient:innen wurden z. B. eine bessere Blutzuckerregulation und ein Rückgang von Entzündungsmarkern beobachtet.

  • Eine Meta‑Analyse über rotavirusbedingte Durchfälle erwähnte, dass Symbiotika als adjuvante Therapie helfen könnten, die Dauer schwerer Infektionen zu verkürzen. Allerdings handelt es sich hier um experimentelle Ansätze, und weitere Studien sind erforderlich, bevor eine allgemeine Empfehlung ausgesprochen werden kann.

Mental Health und Neurotransmitter

  • Das Zusammenspiel von Darm und Gehirn beschäftigt die Forschung intensiv. Studien deuten darauf hin, dass Probiotika das Gehirn via Mikrobiom‑Darm‑Hirn‑Achse beeinflussen können. Symbiotika könnten diese Effekte verstärken, indem sie die Nährstoffversorgung der Mikroorganismen optimieren. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Multidisciplinary Healthcare nennt Symbiotika als potenzielle Begleitung zu etablierten Therapien bei Rotavirus‑Enteritis und spekuliert auf weitergehende Wirkungen; betont wird aber, dass der genaue Nutzen bei mentalen Erkrankungen derzeit nicht abschließend geklärt ist.

Wichtig: Viele dieser Studien zeigen statistische Verbesserungen von Biomarkern oder Krankheitssymptomen, doch sie erlauben keine Heilversprechen. Laut Heilmittelwerbegesetz dürfen Nahrungsergänzungsmittel wie Symbiotika nicht als Therapie für Krankheiten beworben werden. Konsultiere bei Beschwerden daher immer eine Ärztin oder einen Arzt.


Wer profitiert besonders von Symbiotika?

Symbiotika können für unterschiedliche Personengruppen interessant sein, zum Beispiel:

  • Menschen nach Antibiotika-Therapien: Nach einer intensiven Medikamentenbehandlung kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Ein gezieltes Symbiotikum kann helfen, nützliche Bakterienstämme wieder anzusiedeln und mit passenden Präbiotika zu füttern. Ergänzend empfiehlt sich unser Artikel „Darmflora nach Antibiotika wieder aufbauen“, der erklärt, welche Lebensmittel und Probiotika sich besonders eignen.

  • Menschen mit empfindlichem Verdauungssystem: Bei Reizdarm, Blähungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten berichten einige Betroffene, dass ihnen Symbiotika guttun. Dies könnte daran liegen, dass Synbiotika sowohl die Besiedelung mit nützlichen Bakterien als auch die Nährstoffversorgung der Darmflora verbessern. In unserem Ratgeber „Darmflora stärken: Lebensmittel“ findest du weitere Tipps.

  • Säuglinge und Kinder: Wie oben erwähnt, können spezielle Symbiotika die Bifidobakterien-Besiedlung bei Kaiserschnitt‑Geborenen unterstützen. Dennoch sollten Eltern vorher immer mit Kinderärzten sprechen.

  • Personen mit Stoffwechselproblemen: Erste Studien zu Symbiotika bei Diabetes oder Dyslipidämie zeigen, dass sie Blutzucker‑ und Cholesterinwerte positiv beeinflussen können. Noch ist unklar, welche Kombinationen am effektivsten sind; daher sind sie als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine medizinische Therapie zu betrachten.


Anwendung & Dosierung – darauf solltest du achten

Wenn du Symbiotika ausprobieren möchtest, beachte folgende Punkte:

  1. Hohe Produktqualität: Achte auf Hersteller, die ihre probiotischen Stämme wissenschaftlich prüfen lassen und deren Präbiotika nachweislich als Futter dienen. Das Produkt Probiome+ Probiotikum enthält eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus verschiedenen Bakterienstämmen und eignet sich in Kombination mit präbiotischen Lebensmitteln als Basis für ein Symbiotikum.

  2. Langsame Gewöhnung: Beginne mit einer niedrigen Dosis und erhöhe sie langsam. Ein zu schneller Start kann Blähungen verursachen – das gilt für alle Ballaststoff‑Quellen. Ballaststoffe sind jedoch essenziell: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag.

  3. Kombiniere mit ballaststoffreicher Ernährung: Verlasse dich nicht allein auf Produkte. Integriere präbiotische Lebensmittel wie Haferflocken, Leinsamen, Chicorée oder Artischocken in deinen Alltag. Für Rezeptideen empfehlen wir unseren Darmfreundlichen Beeren‑Kefir‑Smoothieoder das Fermentierte Haferporridge mit Heidelbeeren".

  4. Individuelle Beratung: Bei chronischen Erkrankungen, während der Schwangerschaft oder bei Säuglingen sollte die Einnahme immer mit einer medizinischen Fachkraft abgesprochen werden.


Risiken und Nebenwirkungen

Symbiotika gelten in der Regel als sicher, wenn sie von seriösen Herstellern stammen. Dennoch können bei empfindlichen Menschen vorübergehende Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, leichte Bauchschmerzen oder veränderte Stuhlgewohnheiten auftreten. Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem (etwa infolge einer Chemotherapie) sollten vor der Einnahme mit ihrem Arzt sprechen, da Probiotika – wenn auch selten – Infektionen auslösen können.


Fazit

Symbiotika vereinen probiotische Mikroorganismen mit präbiotischen Ballaststoffen – und schaffen so eine Synergie im Darm. Sie können dabei helfen, nützliche Darmbakterien zu unterstützen, die Barrierefunktion zu stärken und das Immunsystem positiv zu beeinflussen. Studien zeigen vielversprechende Effekte bei der Stabilisierung der Darmflora, der Verbesserung von Leber- und Stoffwechselparametern und sogar bei der Reduktion von Infektionen. Gleichzeitig betonen Forscher, dass noch viele Fragen offen sind – insbesondere zur optimalen Kombination und Dosierung sowie zur Langzeit‑Sicherheit.

Als Teil eines gesunden Lebensstils können Symbiotika eine interessante Ergänzung sein. Sie ersetzen aber nicht eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und eine ärztliche Betreuung. Wer neugierig ist, findet in unserem Shop hochwertige Probiotika sowie weitere Ratgeber zu Darmgesundheit, Ballaststoffen und Probiotika & Präbiotika.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Konsultiere bei gesundheitlichen Beschwerden eine Fachkraft.

 

Quellenangaben:

  • Swanson, K. S.; Gibson, G. R.; Hutkins, R. W. u. a.: „The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of synbiotics“. In: Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, Jg. 17, Nr. 11 (2020), S. 687–701.

  • Bhatia, A.; Sharma, D.; Mehta, J. u. a.: „Probiotics and Synbiotics: Applications, Benefits, and Mechanisms for the Improvement of Human and Ecological Health“. In: Journal of Multidisciplinary Healthcare, Jg. 18 (2025), S. 1493–1510.

  • Yadav, M.; Sehrawat, N.; Sharma, A. K. u. a.: „Synbiotics as potent functional food: recent updates on therapeutic potential and mechanistic insight“. In: Journal of Food Science and Technology, Jg. 61, Nr. 1 (2022), S. 1–15.

  • Al‑Habsi, N.; Al‑Khalili, M.; Haque, S. A. u. a.: „Health Benefits of Prebiotics, Probiotics, Synbiotics, and Postbiotics“. In: Nutrients, Jg. 16, Nr. 22 (2024), Artikel 3955.

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Referenzwerte für die Ballaststoffzufuhr“ (Empfehlung: ≥ 30 g Ballaststoffe pro Tag).

More articles